Das Wichtigste in Kürze

  • Kreislaufwirtschaft beginnt lange vor dem Produktlebensende. Bereits Designentscheidungen beeinflussen Materialeinsatz, CO₂-Fußabdruck, Langlebigkeit und die spätere Wiederverwendung von Produkten.

  • Recycelte und biobasierte Materialien tragen gemeinsam dazu bei, den CO₂-Fußabdruck zu verringern, wertvolle Ressourcen im Kreislauf zu halten und Produkte näher an CO₂-Negativität heranzuführen.

  • Den Kreislauf zu schließen bedeutet mehr als Recycling. Rücknahmeprogramme, branchenübergreifende Zusammenarbeit und die aktive Beteiligung von Kunden sind entscheidend, um Materialien im Umlauf zu halten und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Rahmen einer Content-Partnerschaft auf der Website des Metropolis-Magazins.

Seit Gründer Ray Anderson Mitte der 1990er-Jahre die Branche dazu aufrief, nachhaltiger zu handeln, arbeitet Interface daran, die eigenen Umweltauswirkungen zu reduzieren, CO₂-Emissionen zu senken, Abfälle zu vermeiden, dem Klimawandel entgegenzuwirken und den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen.

In dieser Ausgabe des Podcasts Deep Green spricht Moderator Avinash Rajagopal mit Jay Lanier, Global Head of Market Sustainability, und Mikhail Davis, Director of Global Market Sustainability, über die Nachhaltigkeitsreise von Interface und die zentrale Rolle der Zirkularität. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Gespräch oder hören Sie die vollständige Episode im Surround Podcast Network.

Avi Rajagopal (AR): Die Nachhaltigkeitsreise von Interface reicht bis zu Ray Anderson und das von ihm initiierte Eco Dream Team in den frühen 1990er-Jahren zurück. Seit rund drei Jahrzehnten beschäftigt sich Interface intensiv mit dem Thema Klimaschutz. Wie wurde Zirkularität zu einem wesentlichen Bestandteil dieser Arbeit?

Mikhail Davis (MD): Als ich frisch von der Universität kam, war ich tatsächlich Assistent eines Mitglieds des Eco Dream Teams. Damals erlebte ich aus einer Außenperspektive, wie Interface begann, nahezu alles infrage zu stellen. Das Unternehmen produzierte Teppichfliesen, ein Produkt, über das ich zuvor kaum nachgedacht hatte. Doch plötzlich wurden alle bisherigen Annahmen hinterfragt: „Was wäre, wenn wir alles auf den Kopf stellen würden? Könnten wir weniger Garn verbrauchen und ihnen ein anderes Aussehen verleihen?“ Ende der Neunziger schwebten all diese verrückten Ideen in der Luft.

Zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen eine Wende vollzogen und begann wirklich zu verstehen, was sein Gründer, der 1994 eine persönliche Erleuchtung gehabt hat, im Sinn hatte. Man hört viele lustige Geschichten darüber, für wie verrückt man ihn damals hielt, bevor die Leute es wirklich begannen zu verstehen. Als ich 1998 dort war, herrschte diese Begeisterung, alles in Frage zu stellen.

Doch inmitten all dessen war Kreislaufwirtschaft immer ein Teil davon. Im ersten Nachhaltigkeitsbericht von Interface aus dem Jahr 1997, der wahrscheinlich der erste Unternehmensnachhaltigkeitsbericht in den USA war, fügte Ray ein kurzes Vorwort bei. Heute schreiben alle CEOs einen Brief zu Beginn ihrer Nachhaltigkeitsberichte, aber damals war das noch nicht üblich. In seinem Brief skizzierte er eine Vision für Kreislaufwirtschaft, einschließlich der Beendigung der Verwendung von Materialien auf Erdölbasis. Er schrieb, er freue sich auf den Tag, an dem Fabriken keine Schornsteine mehr hätten, und sagte: „Wenn wir erfolgreich sind, werden wir den Rest unserer Tage damit verbringen, Teppiche von gestern zu sammeln, alte Petrochemikalien zu neuen Materialien zu recyceln und Sonnenlicht in Energie umzuwandeln.“ Kreislaufwirtschaft war immer Teil dieser Vision.

Als wir 25 Jahre später darauf zurückkamen, stellten wir fest, dass Kreislaufwirtschaft, das Schließen des Kreislaufs, nach wie vor eine wirklich wichtige Strategie war, aber nicht nach Plan verlief. Also verfassten wir einen Bericht mit dem Titel „Lektionen für die Zukunft“ und versuchten, das zusammenzufassen, was wir in 25 Jahren gelernt hatten, in denen wir uns wirklich mit ganzer Kraft für Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft eingesetzt haben.

Eine wichtige Lehre war, dass die Umsetzung geschlossener Kreisläufe deutlich komplexer ist, als wir ursprünglich angenommen hatten. Wir haben einen Blick hinter die Kulissen geworfen und festgestellt: „In einigen unserer besten Jahre haben wir nur 8 Prozent dessen zurückgewonnen, was wir verkauft haben.“ Das hatten wir nicht erwartet. Andere Dinge wie die Abgasschornsteine und die Beendigung der Einleitung flüssiger Abwässer verliefen hingegen sehr gut. Wir haben viel gelernt, aber jetzt geht es darum, wie wir die nächste Phase der Umsetzung erreichen. Wie setzen wir das in die Tat um? Denn es ist eine Idee, von der wir schon immer überzeugt waren, auch wenn wir sie 1997 noch nicht als Kreislaufwirtschaft bezeichnet haben, und sie ist so entscheidend für die Vision aller, wie wir den Wendepunkt im nachhaltigen Design erreichen. Wie gelingt es uns, aus einer überzeugenden Idee gelebte Realität zu machen?

Jay Lanier (JL): Ich Zirkularität war immer ein Grundpfeiler der Nachhaltigkeitsvision von Interface. Gleichzeitig haben wir erkannt, dass Zirkularität und CO₂-Reduktion untrennbar miteinander verbunden sind.

Häufig konzentriert sich die Diskussion über Kreislaufwirtschaft auf das Nutzungsende eines Produkts. Tatsächlich gibt es jedoch zahlreiche Hebel entlang des gesamten Produktlebenszyklus: von der Materialauswahl über die Verlängerung der Nutzungsdauer bis hin zu Rücknahme und Wiederverwertung. Jede dieser Phasen bietet Möglichkeiten, Umweltwirkungen bereits heute gezielt zu reduzieren und Veränderungen zu bewirken.

Interface carpet tile returned and reclaimed as part of ReEntry

AR: Jay, wenn man das aus der Perspektive deiner Kunden betrachtet, Architekten, Designer, Organisationen, was macht Bodenbeläge zu einem guten Ansatzpunkt, um über Kreislaufwirtschaft nachzudenken? Viele Leute überlegen, wie sie Materialien effizienter nutzen können. Warum sollten Bodenbeläge Teil dieser Strategie sein?

JL: Dafür gibt es mehrere Gründe, Avi. Einer der wichtigsten Gründe ist: Wenn man an die sechs Seiten des Innenraums eines Würfels denkt, wenn ein Raum ein Würfel ist und wir in seinem Inneren leben, dann ist die einzige Wand, die wir tatsächlich berühren, der Boden, auf dem wir gehen. Er ist das, was wir berühren, und bietet die meisten Möglichkeiten, Leistungsmerkmale zu integrieren, wobei Langlebigkeit ebenfalls ein wichtiger Aspekt ist. Aber er birgt auch die Herausforderungen, die mit einem Verbundwerkstoff einhergehen. Angesichts dieser Faktoren ist es in vielen Fällen, abgesehen von einigen wenigen Arten von gewerblichen Bodenbelägen, wirklich eine knifflige Herausforderung, aber meiner Meinung nach eine, die echte Chancen für funktionsübergreifende Lösungen bietet.

Wenn Sie als Designer denken: „Ich möchte wirklich nachhaltige, kreislauforientierte Designphilosophien sowohl in die Praxis als Ganzes als auch vielleicht in dieses Projekt einbringen, auf das ich mich gerade konzentriere“, dann denke ich, dass Bodenbeläge aufgrund des ausgereiften Stands der Branche, an deren Entwicklung wir meiner Meinung nach im Laufe der letzten 30 Jahre maßgeblich mitgewirkt haben, eine wirklich gute Möglichkeit bieten, anderen Gewerken mit gutem Beispiel voranzugehen.

Heute konkurrieren Hersteller zunehmend darüber, wer die überzeugendsten Lösungen im Bereich Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft bietet. Recycelte Materialien, langlebige Produkte und Rücknahmesysteme spielen dabei eine zentrale Rolle.

Ein gutes Beispiel ist nora® Kautschukboden. Viele Installationen werden mehrere Jahrzehnte genutzt. Ich bin Mitte vierzig, und die Wahrscheinlichkeit, dass ich das Ende vieler der in diesem Jahr verlegten nora Bodenbeläge noch erleben werde, ist wahrscheinlich gering. Diese außergewöhnliche Langlebigkeit, Leistungsfähigkeit und der Fokus auf Premiumqualität sind wichtige Beiträge zur Ressourcenschonung und ein wesentlicher Aspekt zirkulären Designs. Heute konkurrieren Hersteller zunehmend darüber, wer die überzeugendsten Lösungen im Bereich Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft bietet. Recycelte Materialien, langlebige Produkte und Rücknahmesysteme spielen dabei eine zentrale Rolle.

Ein gutes Beispiel ist nora® Kautschukboden. Viele Installationen werden mehrere Jahrzehnte genutzt. Ich bin Mitte vierzig, und die Wahrscheinlichkeit, dass ich das Ende vieler der in diesem Jahr verlegten nora-Böden noch erleben werde, ist wahrscheinlich gering. Diese außergewöhnliche Langlebigkeit, Leistungsfähigkeit und der Fokus auf Premiumqualität sind wichtige Beiträge zur Ressourcenschonung und ein wesentlicher Aspekt zirkulären Designs.

MD: Aus Sicht des CO₂-Fußabdrucks sind Bodenbeläge besonders relevant. Bei Renovierungsprojekten gehören sie häufig zu den größten Einflussfaktoren auf die Umweltbilanz eines Innenraums. Und dann kommt noch die Kreislaufwirtschaft ins Spiel, denn eine der wichtigsten Parameter, um zu beurteilen, ob Bodenbeläge einen großen Teil des CO₂-Fußabdrucks ausmachen besteht darin, zu prüfen, wie viel recyceltes Material verwendet wurde. Der recycelte Anteil bestimmt maßgeblich, ob ein Bodenbelag einen hohen oder niedrigen CO₂-Fußabdruck aufweist. Viele konventionelle Materialien basieren auf petrochemischen Rohstoffen. Werden diese stattdessen aus bestehenden Wertstoffkreisläufen gewonnen, lassen sich die Umweltauswirkungen deutlich reduzieren.

Interface manufactuing
© Christopher Payne / Esto

AR: Es liegt also auf der Hand, dass wir nicht darüber nachdenken können, die CO₂-Emissionen in der gebauten Umwelt zu senken, und gleichzeitig einen positiven Beitrag zu leisten, ohne dabei Kreislaufwirtschaft zu berücksichtigen. Und wie ihr beide gerade sehr überzeugend dargelegt habt, sind Bodenbeläge ein guter Ansatzpunkt für uns. Könnt ihr etwas über euer Rücknahmeprogramm ReEntry? 

MD: Das ist interessant. Der Weg führte von einer Situation, in der wir zunächst nach externen Lösungen für die Rücknahme und Wiederverwendung gebrauchter Bodenbeläge suchten. Schnell wurde jedoch klar, dass ein eigenes System entwickelt werden musste. Wir mussten also herausfinden: Was können wir damit machen? Können wir wirtschaftlich damit umgehen?

Für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft müssen ökologische und wirtschaftliche Aspekte gleichermaßen berücksichtigt werden. Materialien müssen nicht nur technisch verwertbar sein, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll im Kreislauf geführt werden können. Das sind zwei miteinander verbundene Herausforderungen, an denen wir während meiner Zeit bei Interface gearbeitet haben. In 15 Jahren habe ich etwa vier Technologiegenerationen erlebt, die darauf abzielten, den effizientesten Weg zur Wiederverwendung von Materialien zu finden, zum Beispiel bei den Teppichfliesen, die wir zurücknehmen.

Natürlich ist das eine regionale Herausforderung. Überall auf der Welt, wo wir tätig sind, muss versucht werden, die besten Ansätze zu finden. Eine der Schwierigkeiten, mit denen man zu kämpfen hat, ist die Tatsache, dass das Produkt nicht für das Recycling konzipiert ist. Die Leute sind darüber verwirrt, aber rein theoretisch würde man niemals so viele verschiedene Kunststoffe nehmen und sie so fest miteinander verbinden, wenn man davon ausgehen müsste, sie wieder auseinanderzunehmen und separat zu recyceln, was unserem traditionellen Modell entspricht.

Was wir tatsächlich getan haben, ist die Entwicklung eines Systems, das gemischte Materialien tolerieren und verwerten kann. Die Schichten sollen zusammenbleiben. Tun sie das nicht, handelt es sich um einen Herstellungsfehler beim Teppich, der als Delaminierung bezeichnet wird und den wir unbedingt vermeiden wollen. Hält das Produkt auf dem Boden? Da wollen wir natürlich keine Abstriche machen.

Heute verarbeitet Interface zurückgenommene Teppichfliesen zu einem Material, das in neuen Produkten eingesetzt werden kann.

Natürlich gehört dazu auch, dass man über die nötige Logistik verfügen muss, um das Material tatsächlich zurückzunehmen. Man braucht ein System, das eine praktikable Rückführung gebrauchter Bodenbeläge ermöglicht. Deshalb müssen wir die richtige Balance finden, bei der wir Material zurückbekommen, das wir auch wirklich verwerten können, denn sonst bricht die Wirtschaftlichkeit sehr schnell zusammen.

Wenn man Material zurücknimmt, für das man keine Lösung hat, und man jemanden dafür bezahlen muss, Energie zu verschwenden und es zu verbrennen, dann ist das kein Geschäftsmodell. Es ist nicht wirtschaftlich, und man kann das nicht zuverlässig auf Dauer durchhalten.

Outputs from Interface carpet tile being repurposed

AR: Ein weiterer spannender Aspekt der Kreislaufwirtschaft bei Interface sind biobasierte Materialien. Ich erinnere mich, dass ich auf einer Messe in Chicago war, als Interface im ersten Jahr biobasierte Kunststoffe in seine Produkte einführte. Was hat euch dazu bewogen, diesen Weg einzuschlagen? Und warum spielen biobasierte Materialien neben Recyclingsystemen eine wichtige Rolle in der Nachhaltigkeitsstrategie von Interface?

MD: 2017 haben wir einen Prototyp vorgestellt, den Sie gesehen haben dürften. Im Jahr zuvor haben wir auf der NeoCon unsere neue Mission vorgestellt. Unsere bisherige Mission lautete, keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt mehr zu verursachen, aber das reichte nicht aus. Wir mussten herausfinden, wie wir ein Unternehmen führen und Produkte herstellen können, dass es zur Umkehrung der globalen Erwärmung beiträgt. Und warum spielen biobasierte Materialien neben Recyclingsystemen eine wichtige Rolle in der Nachhaltigkeitsstrategie von Interface?

Für diesen ersten Prototyp testete unser Forschungs- und Entwicklungsteam alle möglichen biobasierten Materialien, Materialien, die von der Natur geschaffen werden und die Kohlenstoff aus der Atmosphäre binden und in etwas anderes umwandeln.

Dieser Prototyp hatte einen CO₂-Fußabdruck von minus zwei Kilogramm pro Quadratmeter. Sie haben erreicht, was sie erreichen mussten: Auf dem Boden hat er gut funktioniert. Aber die Herstellung der sechs oder sieben Fliesen, die wir für den Prototyp gefertigt haben, war sehr teuer, sodass wir noch viel Arbeit vor uns hatten, um das Produkt zur Marktreife zu bringen.

Es gab all diese coolen Materialien, Muscheln und Materialien, die Rayon ähnelten. Einiges davon war entweder nicht wirtschaftlich oder nicht haltbar genug, also mussten wir tief in die Welt der Materialien und des gebundenen Kohlenstoffs eintauchen und dann eine Auswahl treffen, was wir wirtschaftlich in ein leistungsstarkes Bodenbelagsprodukt verwandeln konnten.

Aber natürlich liegen die Vorteile biobasierter Materialien gerade darin, dass sie es ermöglichen, über die Null-Bilanz hinauszugehen. Mit biobasierten Materialien kann man Kohlenstoff in einem Produkt speichern, während recycelte Materialien zwar immer eine geringere Umweltbelastung verursachen, vielleicht sogar nahe Null, aber nicht unbedingt die Herstellung eines Produkts ermöglichen, das aktiv Kohlenstoff speichert.

Biobasierte Materialien nutzen einen großen Vorteil der Natur: Sie verfügt bereits über einen natürlichen Kohlenstoffkreislauf. Kohlenstoff gelangt in die Atmosphäre, wird dort aufgenommen und anschließend von Pflanzen in Blätter, Gräser oder andere natürliche Materialien umgewandelt. Diesen bestehenden Kreislauf können wir für die Herstellung biobasierter Materialien nutzen. Die Herausforderung besteht dann vor allem darin, auch am Ende des Produktlebenszyklus eine funktionierende Kreislaufwirtschaft sicherzustellen, damit der Kohlenstoff weiterhin im Kreislauf bleibt.

JL: Ich finde, das hast du wirklich gut ausgedrückt, Mikhail. Unser System für das Management von Rückenkonstruktionen spiegelt heute die Weiterentwicklung unserer beiden Plattformen wider: Zum einen die biobasierte Rückenkonstruktion CQuestBio™, zum anderen unsere Standard-Rückenkonstruktion, die zu den wenigen am Markt gehört, die recycelte Post-Consumer-Materialien enthält.

Diese Umstellung war eine der wichtigsten Veränderungen der letzten 18 Monate. Heute wird Material, das wir nach der Nutzung zurücknehmen, konsequent wieder in neue Rückenkonstruktionen integriert – unabhängig davon, ob Kunden eine Rückgabe genutzter Teppichfliesen auswählen. So wird aus zurückgewonnenem Material ein wertvoller Rohstoff für neue Produkte, wie Mikhail bereits beschrieben hat.Im Wesentlichen entsteht so ein System mit geringerem ökologischen Fußabdruck, das es uns ermöglicht, einen Großteil unserer Kunden damit zu beliefern, während wir gleichzeitig die Möglichkeit haben, den Anteil an Post-Consumer-Recyclingmaterial in bereits zurückgegebenen Fliesen weiter zu erhöhen.

Gemeinsam schaffen diese Systeme ein Gleichgewicht: Recycling reduziert den Bedarf an neuen Rohstoffen, biobasierte Materialien tragen dazu bei, Kohlenstoff dauerhaft zu speichern. Erst das Zusammenspiel beider Ansätze ermöglicht langfristig den Weg zu einer wirklich regenerativen Kreislaufwirtschaft.

MD: Zur Einordnung: Aktuell ist unsere Standard-Rückenbeschichtung für einen Anteil von 1 % Material aus einem geschlossenen Kreislauf zertifiziert. Gleichzeitig schreibt ein neues Gesetz in Kalifornien vor, dass alle dort ab 2028 verkauften Teppichböden mindestens 5 % recyceltes Material aus gebrauchten Teppichen enthalten müssen.

Für uns bedeutet das, dass wir den Anteil von derzeit 1 % auf 5 % erhöhen müssen. Damit haben wir zwar noch etwas Arbeit vor uns, sind aber bereits auf dem richtigen Weg. Spannend ist, dass die gesetzlichen Anforderungen genau in die Richtung gehen, die wir ohnehin schon eingeschlagen haben. Als Marktführer möchte man nicht erst durch neue Vorschriften zum Handeln gezwungen werden, sondern bereits Lösungen entwickelt haben, weil man von Anfang an das Richtige tun wollte.

JL: Und das Beste daran ist: Wir können sogar deutlich über diese 5 % hinausgehen. Entscheidend ist, dass genügend gebrauchte Materialien zu uns zurückkommen. Dafür brauchen wir starke Partner in der gesamten Branche. Auch die Hörer des Podcasts sowie die Leser von METROPOLIS.