Recycelte Inhaltsstoffe tragen zur Reduzierung des CO₂-Ausstoßes bei, indem sie vorhandene Ressourcen im Kreislauf halten und den Bedarf an Primärrohstoffen senken.
Die Materialauswahl ist eine der wirksamsten Möglichkeiten für Architekten und Designer, Kreislaufwirtschaft und CO₂-arme Projekte zu fördern.
Interface integriert recycelte Unhaltsstoffe in Teppichfliesen, LVT und nora® Kautschukbodenbelägen und erleichtert so bereits heute die Planung kreislauforientierter Designs.
Wenn Menschen an Kreislaufwirtschaft nachdenken, konzentrieren sie sich oft darauf, was am Ende der Lebensdauer eines Produkts geschieht. Doch einige der wichtigsten Entscheidungen im Hinblick auf Kreislaufwirtschaft werden viel früher getroffen – angefangen bei den Materialien, aus denen ein Produkt überhaupt erst hergestellt wird.
Hier kommt der Recyclinganteil ins Spiel. Dieser unterstützt Hersteller, den Bedarf an neuen Rohstoffen zu senken, vorhandene Materialien im Kreislauf zu halten und den CO₂-Fußabdruck der Produkte zu reduzieren. Und genau diese Kreislaufwirtschaft können Architekten und Designer bereits heute bei der Planung berücksichtigen.
Der größte Teil der Umweltauswirkungen eines Produkts entsteht lange bevor es überhaupt in einem Gebäude zum Einsatz kommt. Die Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen gehören oft zu den größten Verursachern des sogenannten „embodied carbon“ – der Emissionen, die mit den Materialien und der Herstellung eines Produkts verbunden sind.
Im gesamten Bausektor summieren sich diese vorgelagerten Auswirkungen. Laut dem Global Status Report for Buildings and Construction 2025-2026 des Umweltprogramms der Vereinten Nationen ist dieser Sektor für rund 37 % der weltweiten CO₂-Emissionen und fast 50 % der weltweiten Rohstoffgewinnung verantwortlich.
Die Verwendung von recycelten Materialien kann dazu beitragen, diese Bilanz zu verändern.
Die Einarbeitung von recycelten Anteilen in Bodenbeläge ist ein praktisches Beispiel für Kreislauffähigkeit in der Praxis. Statt neue Materialien zu gewinnen und zu verarbeiten, halten recycelte Rohstoffe bestehende Ressourcen im Kreislauf. Das bedeutet:
Geringerer Bedarf an neuen Rohstoffen
Geringerer CO₂-Fußabdruck von Anfang an
Weniger Abfall, der auf Deponien landet
Mehr Ressourcen, die im Kreislauf bleiben
Ebenso wichtig ist, dass recycelte Anteile dazu beitragen, Materialien länger im Kreislauf zu halten. Statt sie zu entsorgen, können Hersteller Materialien wiederverwenden und in neue Produkte integrieren. Dies verlängert ihre Nutzungsdauer und verringert den Bedarf an zusätzlichen CO₂-intensiven Rohstoffen.
Good Design Never Ends. Und das sollte auch für die Materialien gelten, die dahinterstehen.
Da die Nachfrage nach Materialien steigt, wird erwartet, dass die weltweite Rohstoffgewinnung bis 2060 um 150 % zunehmen wird. Es ist wichtiger denn je, jede Phase des Lebenszyklus eines Produkts zu überdenken.
Die Verwendung von Produkten mit CO₂-armen Materialien wie recycelten Anteilen ist ein entscheidender Weg, um die Kreislaufwirtschaft voranzutreiben. Doch was bedeutet das konkret für Bodenbeläge?
Bei Teppichfliesen spielen recycelte Materialien sowohl beim Garn als auch bei der Rückenkonstruktion eine wichtige Rolle. Bei Interface haben wir uns dazu verpflichtet, wann immer möglich recycelte Materialien zu beziehen. Zudem bevorzugen wir Garn mit dem höchsten Recyclinganteil, darunter Garne aus 100 Prozent recyceltem Nylon.
Unsere langjährige Partnerschaft mit Aquafil hat dazu beigetragen, Teppichfliesen aus 100 Prozent recyceltem Nylon auf den Markt zu bringen, und war maßgeblich an der Einführung von ECONYL® beteiligt – einem regenerierten Nylon, das aus ausrangierten Fischernetzen, Textilresten und anderem Nylonabfall hergestellt wird.
Nach der Rückgewinnung werden diese Materialien zu Hochleistungsfasern verarbeitet. Das Ergebnis? Ein langlebiges Produkt, das dazu beiträgt, Materialien im Kreislauf zu halten und gleichzeitig die Abhängigkeit von neuen Rohstoffen zu verringern.
Was als Innovation für Teppichfliesen begann, trug dazu bei, eine Nachfrage nach regeneriertem Nylon zu schaffen und ebnete den Weg für dessen Einsatz in der Bekleidungsindustrie, bei Bademode, in der Luxusmode und in anderen Branchen weltweit.
Unser LVT (Luxury Vinyl Tiles) enthält recycelte Anteile als Teil unserer Bemühungen, den CO₂-Fußabdruck zu verringern. Alle LVT-Produkte von Interface enthalten mindestens 39 Prozent recycelte Anteile – einer der höchsten Anteile in der gewerblichen Bodenbelagsbranche. Dies trägt dazu bei, den Einsatz von Neuware zu reduzieren und den CO₂-Ausstoß von Anfang an zu senken.
Das bedeutet auch, dass Designer eine klimafreundlichere Wahl treffen können, ohne Spezifikationen, Budgets oder Leistungserwartungen ändern zu müssen.
Derselbe Ansatz gilt auch für Innovationen wie nora® Kautschukböden. Durch die Einbeziehung von recycelten Materialien und eine effizientere Nutzung von Rohstoffen können wir die Umweltbelastung durch den Materialeinsatz verringern und gleichzeitig die für Kautschukböden bekannte Strapazierfähigkeit und lange Lebensdauer gewährleisten.
Da nora Kautschukbodenbeläge auf Langlebigkeit ausgelegt sind, können sie dazu beitragen, den Ersatzbedarf im Laufe der Zeit zu verringern und so die Nachfrage nach neuen Rohstoffen sowie die mit deren Gewinnung und Verarbeitung verbundenen Auswirkungen zu senken.
Bei Teppichfliesen, LVT und Kautschukböden bieten recycelte Materialien Vorteile, die uns helfen, mehr aus den bereits im Umlauf befindlichen Materialien zu machen. Dies ist eine der Maßnahmen, mit denen wir Abfall reduzieren, den CO₂-Ausstoß senken und Kreislaufwirtschaft in unserem gesamten Portfolio vorantreiben.
Kreislaufwirtschaft beginnt bereits beim Design. Jede Entscheidung bei der Produktspezifikation wirkt sich auf den CO₂-Fußabdruck eines Projekts aus. Durch die Wahl von Produkten mit recycelten Anteilen können Architekten und Designer die CO₂-Belastung des Projekts verringern, ohne dabei Kompromisse hinsichtlich Leistung, Langlebigkeit oder Optik einzugehen.
Bei der Bewertung von Bodenbelagslösungen kann der Recyclinganteil dazu beitragen, Folgendes zu fördern:
Die Auswahl CO₂-armer Materialien
Strategien für kreislauffähiges Design
Nachhaltigkeitsziele und Zertifizierungen des Projekts
einen verantwortungsvolleren Umgang mit Ressourcen über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg
Achten Sie beim Produktvergleich neben Umweltproduktdeklarationen (EPDs) und anderen Nachhaltigkeitsangaben auch auf Informationen zum Recyclinganteil, um sich ein umfassenderes Bild von den Auswirkungen der Materialien zu verschaffen.
Für Designer, die die Umweltbelastung reduzieren möchten, ist die Materialauswahl entscheidend. Der Recyclinganteil bietet eine praktische Möglichkeit, Kreislaufwirtschaft bereits zu Beginn des Projektlebenszyklus zu fördern.
Der Recyclinganteil ist nur ein wichtiger Bestandteil eines umfassenderen Kreislaufansatzes.
In Kombination mit durchdachtem Design, langlebigen Materialien, einfacher Wartung sowie Möglichkeiten zur Wiederverwendung und Rückgewinnung trägt der Recyclinganteil dazu bei, die Lebensdauer von Materialien zu verlängern und den CO₂-Ausstoß über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg zu reduzieren.
Deshalb ist Kreislaufwirtschaft mehr als nur Recycling. Es geht darum, in jeder Phase smarte Entscheidungen zu treffen – von der Auswahl der Materialien bis hin dazu, wie Produkte funktionieren, wie lange sie halten und wie lange sie im Einsatz bleiben.
Denn jedes Material, das im Kreislauf bleibt, ist ein Material weniger, das von Grund auf neu hergestellt werden muss. Und jeder Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft ist ein Schritt in Richtung einer CO₂-armen Zukunft.
Quellenangaben