Biomimicry: Kleben wie ein Gecko

Als Leonardo da Vinci seine von Vogelflügeln inspirierten Flugapparate entwarf, gab es noch keinen Begriff für das Imitieren von Natur. Wenn heute Fluglinien ihre Fluglogistik verbessern, weil sie das Schwarmverhalten von Ameisen genau analysiert haben, spricht man von Biomimicry.

Die noch relativ junge Disziplin macht sich eine wichtige Erkenntnis zu Nutze: Die Natur hat in 3,8 Milliarden Jahren Evolution überaus „erfolgreiche“ Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen hervor gebracht – und davon können wir lernen. Auf Grundlage der Mikro-Struktur von Haifischhaut konnte beispielsweise eine antibakteriell wirksame Beschichtung für Lichtschalter oder Türgriffe entwickelt werden. In der Schiffskommunikation gibt es Systeme, die auf der Ultraschall- Kommunikation von Delphinen beruhen. Zwei Beispiele, die sich die Weisheit der Natur zu Nutze machen.

Biomimicry geht noch einen Schritt über die Bionik hinaus, die auf technische Lösungen fokussiert ist. Mit Biomimicry können auch innovative Organisationsstrukturen oder systemische Lösungen entwickelt werden. Darüber hinaus spielt Nachhaltigkeit eine große Rolle: Wer biomimetisch arbeitet, denkt und produziert im Einklang mit der Natur, Kreisläufe werden geschlossen – alles wird (weiter) genutzt, Abfall entsteht nicht. 

Als Steve Jobs sagte: “Ich glaube, dass die größten Innovationen des 21. Jahrhunderts an der Schnittstelle von Biologie und Technologie entstehen werden. Es beginnt eine neue Ära.” hatte er das Potenzial dieser Wissenschaft erkannt – so wie zunehmend andere Vordenker, Wissenschaftler oder Unternehmen.

Für Interface, Hersteller textiler modularer Bodenbeläge, ist Biomimicry ein Prinzip, das perfekt in die konsequent nachhaltige Firmenphilosophie passt: Mit seiner Mission Zero® verfolgt Interface das Ziel, bis 2020 alle durch das Unternehmen verursachten negativen Auswirkungen auf die Umwelt vollständig zu vermeiden.

Inspiriert von der Natur, entwickelt Interface daher Produkte und Designs, die auf biomimetischen Gesichtspunkten beruhen: So bieten zum Beispiel die eigens entwickelten TacTiles® eine innovative Installation von Teppichfliesen ganz ohne flüssigen Klebstoff. Die hohe Klebekraft der quadratischen Verlegeplättchen beruht auf dem gleichen Prinzip, mit dem ein Gecko mühelos an Oberflächen haftet. 

Und auch wenn es um Nachhaltigkeit gepaart mit Ästhetik geht, liefert die Natur geeignete Vorbilder: Zufällige Farbkombinationen, wie sie zum Beispiel gefallenes Herbstlaub hervor bringt, können mit dem Prinzip des sogenannten „Random Design“ auch auf modularen Bodenbelag übertragen werden. Unterschiedlich gemusterte Module können so nach dem Zufallsprinzip verlegt werden. Der Effekt: Der Verschnitt kann auf bis zu 1% reduziert werden und es kann schneller verlegt werden, da keinen Verlegeplänen gefolgt werden muss. Am Ende steht (trotzdem) ein stimmiges Erscheinungsbild. Die Interface Kollektion „Entropy“ bahnte als Pionierprodukt den Weg für richtungsfreie Verlegung – heute zeigt das neueste, von natürlichen Felsformationen inspirierte Random Design-Produkt „Composure“, wie organisch fließendes Design großen Räumen Ruhe und Ausgeglichenheit verleihen kann. 

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