Nach Paris

Im vergangenen Dezember haben die Abgeordneten bei der Klimakonferenz in Paris (COP21) wichtige Meilensteine für die Reduzierung von CO₂-Emissionen ausgehandelt: Nach einer Reihe von langen, anstrengenden Gesprächen haben die 196 Länder einstimmig festgehalten, dass der Klimawandel eine Gefahr für die Menschheit darstellt, und haben sich das Ziel gesetzt, die Emissionen so einzugrenzen, dass die globale Erwärmung einen Anstieg von 1,5°C nicht überschreitet.


Ein weiter Weg

Auch wenn das Paris-Abkommen ein Wendepunkt war, weil der Klimawandel als solcher festgehalten wurde und es sich um einen positiven Schritt nach vorne handelt, weist das Abkommen einen erheblichen Mangel auf: Kein Land hat einen konkreten Plan, wie die Ziele erreicht werden sollen − weder vor noch nach der Konferenz. Die Länder haben freiwillige Ziele zur Treibhausgasreduzierung festgelegt, die sogenannten „Intended Nationally Determined Contributions“(iNDC). Aber Versprechen stellen noch keinen Plan dar.

Wir wollen das Paris-Abkommen nicht abstufen − wenn es eingehalten wird, wird es zur größten Emissionsreduzierung führen, die bisher je im Rahmen eines Klimaabkommens beschlossen wurde. Allerdings ist eine solche Reduzierung nichts anderes als der Versuch, einem außer Kontrolle geratenen Fahrzeug etwas die Geschwindigkeit zu nehmen. Der Aufprall ist vorprogrammiert − lediglich die Geschwindigkeit kann beeinflusst werden. Die Welt muss das Fahrzeug anhalten. Die Welt braucht mehr als nur Grenzwerte. Wir müssen nicht nur den CO₂-Emissionen ein Ende bereiten, sondern auch aktiv dazu beitragen, CO₂ aus der Atmosphäre zu entfernen. Wir müssen uns ein neues Ziel setzen: die aktive Senkung und Entfernung von CO₂.


Mit gutem Beispiel vorangehen

Einige Kollegen des Interface-Teams waren in Paris dabei, um unsere Unternehmensgeschichte zu teilen und sich dafür einzusetzen, dass die abschließende Vereinbarung der UN-Klimakonferenz 2015 umgesetzt wird. Das Paris-Abkommen verleiht unserer Mission Zero® und unserem wegweisenden Engagement, den CO₂-Fußabdruck unseres Unternehmens auch darüber hinaus zu reduzieren, Nachdruck. In den vergangenen 22 Jahren konnten wir für enorme CO₂-Reduzierungen sorgen. Dennoch rufen wir zu weiterem Handeln auf, um als Pionier auch andere Unternehmen zu inspirieren, einen besseren Weg zu gehen.

Bis heute haben wir Erhebliches erreicht:

  • Seit 1996: Reduktion unserer globalen CO₂-Emissionen um 92%
  • Nutzung von 84% erneuerbarer Energien auf globaler Ebene
  • Seit 1997: Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks unserer Produkte um 50% seit 1997 mit dem Ziel, unseren CO₂- Fußabdruck bis 2020 auf 80% zu senken.

Unternehmen haben eine Vorbildfunktion. Wir haben bewiesen, dass ein Unternehmen auch bei drastischer Reduzierung der CO₂-Emissionen erfolgreich sein kann.


Die nächsten Schritte: 'From something negative comes something positive'

Wir sind stolz auf all das, was wir bisher erreicht haben. Jetzt ist es an der Zeit, auf unserem Weg zu einem vollständig nachhaltigen Unternehmen den nächsten Schritt zu wagen: Ab jetzt geht es nicht mehr darum, keine Schäden zu verursachen, sondern vielmehr darum, mehr Positives zu bewirken.

Das Jahr 2020 rückt näher, und damit das Ende der Mission Zero. Wir widmen uns nach wie vor unserem Ziel das erste vollkommen nachhaltige Unternehmen zu sein, doch wir blicken sogar über dieses Ziel hinaus und gehen noch ambitioniertere Verpflichtungen ein. Uns ist klar geworden, dass unsere Bemühungen zur Klimaneutralität − also keine negativen Auswirkungen zu verursachen − nicht mehr ausreichen. In Bezug auf Kohlenstoffdioxid bedeutet dies nicht nur den CO₂-Ausstoß zu verringern, sondern im Rahmen all unserer Geschäftsprozesse aktiv CO₂ aus der Atmosphäre zu entfernen − wir nennen dies "bring carbon home".


Taten sprechen lassen

Damit unserem Planeten das biologische Leben, das wir kennen und von dem wir abhängig sind, erhalten bleibt, müssen wir über COP21 hinaus denken und damit beginnen, überschüssiges Kohlendioxid aus der Umwelt zu entfernen. Interface hat auch die Chance, einen erheblichen Einfluss darauf zu nehmen, wie andere Unternehmen mit dem Thema Kohlendioxid umgehen. Da wir in diesem Bereich bereits führend sind und gezeigt haben, welche Erfolge möglich sind, wächst für uns die Verpflichtung, unsere Ziele für 2020 noch stärker bekannt zu machen − und sogar noch einen Schritt weiter zu gehen.

Wir dürfen die Herausforderungen, vor denen unser Planet steht, nicht vergessen. Das Leben in den Meeren stirbt. Dürren und Fluten häufen sich. Es gibt immer mehr Klimaflüchtlinge. Der Meeresspiegel steigt. Diese und ähnliche Vorkommnisse werden sich verschlimmern, wenn wir uns nicht dafür einsetzen, den Klimawandel rückgängig zu machen. Interface hat es sich zur Aufgabe gemacht, zu handeln, um die Abwärtsspirale der stets steigenden Emissionen von Treibhausgasen in unseren Fabriken, Produkten und Prozessen rückgängig zu machen. Dieses ehrgeizige Engagement ist in der Geschäftswelt bisher einzigartig.

Wir verschreiben uns zu wagemutigen Zielen wie unserer Mission Zero, weil sie richtig sind und wir uns dazu verpflichtet fühlen. Jetzt ist der Moment gekommen, in dem wir über uns selbst hinauswachsen müssen.

Wir können die nächste Herausforderung nicht alleine bewältigen. Sie erfordert innovatives Denken und die Zusammenarbeit von Vielen. Doch wir sind optimistisch, dass wir gemeinsam einen entscheidenden Wandel erreichen können.

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