Der Highway zum positiven Wandel

Eine Autobahn ist für gewöhnlich nicht als „Weltverbesserer“ bekannt. Doch wie so viele Dinge, die Ray Anderson, der Gründer und ehemalige CEO von Interface, in die Wege geleitet hat, zeigt heute ein Straßenabschnitt in Georgia, wie sich an beinahe jedem Ort ein positiver Bezug zur Umwelt herstellen lässt.

Der 16 Meilen lange Abschnitt der I-85 ist einer der wichtigsten Highways im Südosten der USA und durchquert die Heimatstadt von Interface, LaGrange in Georgia. 2014 wurde dieser Autobahnabschnitt zu Ehren Ray Andersons umbenannt. Die ‚Ray C. Anderson Foundation‘ ist kurz darauf zu dem Schluss gekommen, dass „The Ray“ zu Größerem bestimmt ist, als lediglich ein mit Wildblumen verschönerter Straßenabschnitt zu sein. Schließlich ist der Pate des Projekts für sein leidenschaftliches Engagement für die Umwelt bekannt.

Wir haben uns die Frage gestellt, wie man die Gestaltung von Highways verbessern könnte“, erläutert Allie Kelly, Executive Director von ‚The Ray‘. „Dabei geht es nicht nur darum, der Umwelt weniger zu schaden, sondern auch die Umgebung zu verschönern und gleichzeitig Sicherheit, Ästhetik, Logistik und Effizienz zu verbessern.“

Mit diesem Ziel vor Augen hat sich die Stiftung vorgenommen, die negativen Aspekte, die mit Autobahnen verbunden werden, in positive zu verwandeln. So beauftragte sie das ‚Georgia Conservancy‘ und das ‚Georgia Institute of Technology‘ mit einer Studie, die sich mit dem Bau einer CO2-neutralen, unfallfreien, abfallfreien Autobahn ohne negative Auswirkungen auf die Umwelt auseinandersetzen sollte.

Wenig überraschend haben die Forschungsergebnisse gezeigt, welchen Schaden Autobahnen verursachen − und ‚The Ray‘ ist da keine Ausnahme. Über den kompletten Abschnitt hinweg stoßen Fahrzeuge jährlich 318 Tonnen Abgase aus und die Wasserqualität in der Umgebung wird als „schlecht“ eingestuft. Hinzu kommen eine Lärmbelästigung von 70 Dezibel und durchschnittlich 130 Wildunfälle pro Jahr.

Diese ernüchternden Statistiken halten die Ausgangssituation fest und sind damit die Basis, anhand derer der Fortschritt gemessen werden kann. Sie haben außerdem zu einer Reihe an Wünschen für neue Projekte und Technologien geführt, wie zum Beispiel:

  • Anbringung von Solarmodulen an Autobahnen
  • Asphalt, der durch die Bewegung der Autos Strom erzeugt
  • bepflanzte Wände als Luftfilter für eine geringere Schadstoffbelastung

Manche Verbesserungen wurden bereits vorgenommen oder befinden sich im Entwicklungsstadium. Im Oktober 2015 wurde die erste mit Solarstrom gespeiste Ladestation für Elektrofahrzeuge in Georgia am ‚Visitor Information Center‘ nahe der Grenze zu Alabama eröffnet. Der Service ist kostenlos und kann eine Batterie innerhalb von weniger als 45 Minuten zu 80% aufladen. Kia Motors Manufacturing hat zu dem Projekt beigetragen und geht so mit gutem Beispiel für andere große Konzerne in der Region voran, weitere Innovationen finanziell zu unterstützen.

Die Stiftung und das Verkehrsministerium von Georgia bauen nun sogenannte ‚Bioswales‘ (bepflanzte Rinnen, in denen Regenwasser ablaufen kann) mit heimischen Pflanzenarten, um Umweltverschmutzung und Überschwemmungen einzugrenzen. Bis 2020 hofft das Team von ‚The Ray‘, weitere Fortschritte wie Artenschutzprogramme, Klimamodellierung, erneuerbare Baumaterialien, effizientere Beleuchtung und Beschilderung sowie eine bessere Treibstoffleistung und höhere Sicherheit von Fahrzeugen zu erzielen.

So hat sich ein kleiner Autobahnabschnitt zu einem lebendigen Labor entwickelt, das beweist, welche Möglichkeiten für mit Straßen bebaute Ökosysteme auf der ganzen Welt bestehen − und das an einem Ort, an dem man Bemühungen in puncto Nachhaltigkeit wohl am wenigsten erwartet hätte.

Steigen auch Sie mit ein unter theray.org.