„Jeder Stoff ist nur das wert, was wir aus ihm machen.“

Es sind nicht nur seine eigenen Projekte, sondern die bis heute weltweit sichtbaren Einflüsse, die ihn auszeichnen: Ludwig Mies van der Rohe (1886 - 1969) ist der vielleicht prägendste Architekt der Moderne.

Mit Beginn der 20er Jahre entwarf und realisierte er Gebäude in moderner Formensprache in Deutschland und darüber hinaus – der Barcelona-Pavillon von 1929 und Haus Tugendhat im tschechischen Brünn wurden zu Hauptwerken der modernen Architektur. 1938 siedelte er in die USA über, wo er bis zu seinem Tode lebte und wirkte.

Für keine zweite Stadt in Deutschland entwarf und realisierte er so viele Bauwerke unterschiedlicher Funktion wie für Krefeld. Hermann Lange und Josef Esters, die geschäftsführenden Direktoren der Vereinigten Seidenwebereien AG (VerSeidAG) in Krefeld beauftragten Mies im Jahre 1927 mit dem Bau ihrer beiden benachbarten Wohnhäuser in der Wilhelmshoferallee. Die deckenhohen Fenster im Haus Lange zeigen Mies auf seinem Weg, der mit der Glasfront am Haus Tugendhat ein Ziel findet.

Ab 1931 entstanden die von ihm realisierten Fabrik- und Verwaltungsgebäude auf dem Areal der VerSeidAG. Insgesamt neun Projekte entwarf Mies bis 1938 für Krefelder Auftraggeber, darunter sein einziger Fabrikbau, zwei bahnbrechende Ausstellungsarchitekturen und ein umfangreiches Konvolut an Möbeln.

Der Verein „Mies van der Rohe in Krefeld" macht die Geschichte dieser ungewöhnlich ausdauernden und vielfältigen Auftragsserie zugänglich – und damit für die Zukunft nutzbar.

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