Natur des Raums

Die „Natur des Raums“ beschäftigt sich mit dem Design unserer konstruierten Welt und, was noch wichtiger ist, auf unseren Bezug zu ihr.

11. Aussicht (Prospect) – Wir haben ein angeborenes Bedürfnis, über unsere unmittelbare Umgebung oder über eine lange Entfernung hinauszublicken, was auf eine anthropologische Überlebenstheorie zurückzuführen ist. Das Muster lässt sich beispielsweise durch die Integration von Balkonen, übergroßen Fenstern oder Dachfenstern, Zwischenetagen, offenen Räumen oder Büros und Raumunterteilungen und Wände aus Glas oder anderen transparenten Materialien, die Räume mit unverstellten Aussichten erschaffen, umsetzen.



12. Rückzug (Refuge) – Auch wenn wir uns zurückziehen verspüren wir ein Bedürfnis über unsere direkte Umgebung hinauszublicken, jedoch mit der Sicherheit eines geschützten Raumes, fern ab vom Geschehen. Stühle mit hoher Lehne bieten in einem offenen Büro beispielsweise einen Rückzugsort abseits von Geräuschen oder anderen äußeren Reizen, während die Sicht auf die Welt herum bestehen bleibt.



13. Geheimnis (Mystery) – Repliziert die Begeisterung für die freie Natur und die in ihr unbekannten Elemente in unserer konstruierten Umgebung. Das Versprechen einer großen Informationsfülle, erreicht durch partiell verborgene Aussichten, versteckte Wegeführungen und andere sensorische Mittel, machen uns neugierig und führen dazu, dass wir uns mit unserer Umwelt auseinandersetzen.



14. Risiko/Gefahr (Risk) – Der Nervenkitzel der Gefahr durch ein nicht-identifizierbares Objekt, verbunden mit dem Sinn für einen zuverlässigen Schutz. Die Evolution hat uns für das Überleben geformt. Ob es sich um einen Höhenweg handelt oder eine Glaswand mit Aussicht auf eine Stadtsilhouette, dieses Muster löst den Lebenshunger am Rand der Sicherheit aus.

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